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Alles über Borreliose Zecken sind Überträger heimtückischer Infektionskrankheiten

Lesezeit: 3 Min

Borreliose ist der Sammelbegriff für verschiedene Infektionskrankheiten, die durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien ausgelöst werden. Die Erreger werden vor allem von Zecken und Läusen übertragen.

Wade mit Wanderröte: Eine mögliche Folge nach einem Zeckenbiss.

Wade mit Wanderröte: Eine mögliche Folge nach einem Zeckenbiss.

Zeckenstiche bergen unterschätzte Gefahren

Die Borreliosen sind Infektionskrankheiten, die nach dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel benannt wurden. Die Übertragung erfolgt in Europa vor allem durch den Holzbock, eine Zeckenart. Obwohl die Erkrankungen schon seit über 100 Jahren bekannt sind, hat Willy Burgdorfer erst 1982 entdeckt, dass sie durch Bakterien ausgelöst werden, die von Zecken übertragen werden. Die Borrelien leben im Darm der Zecken. Nach dem Entdecker heißt das spiralföromige Bakterium heute „Borrelia burgdorferi".

Sichtbare Anzeichen für einen Zeckenstich

Charakteristisches Leitsymptom bei einer Borreliose ist die Wanderröte. Diese ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich beobachtet werden. Nicht alle Betroffenen zeigen jedoch diese Hauterscheinung. Im Frühstadium können auch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen auftreten.

Multisystemische Erkrankung mit schmerzhaftem Verlauf

Weil eine Borreliose viele verschiedene Symptome aufweist, spricht man von einer multisystemischen Erkrankung, die in drei Phasen verlaufen kann. Im Stadium II können schon Hirnhautentzündung, starke Schmerzen und Herzprobleme auftreten. Gesichtslähmungen sind ebenfalls ein relativ häufiges Symptom. Gelenkentzündungen sind charakteristisch für das chronische Spätstadium III. Patienten leiden zudem oft unter Pergamenthaut.

Zeckenstiche können jahrelang unbemerkt bleiben

Oftmals haben die gestochenen Patienten den Zeckenstich nicht bewusst wahrgenommen. Der Kontakt mit einer infizierten Zecke kann Wochen, Monate oder Jahre zurückliegen, bis sich Symptome zeigen, welche sich zunächst nicht unbedingt mit einem Zeckenstich in Verbindung bringen lassen. Der zweifelsfreie Nachweis einer Borreliose ist ohnehin schwierig, weil die Diagnose vorwiegend aufgrund der Krankheitssymptome, die ein Patient zeigt, gestellt wird. Labortechnische Untersuchungen von Blut, je nach Befund auch von Gelenkflüssigkeit oder Nervenwasser, können den klinischen Verdacht bestätigen.

Die schulmedizinische Borreliose-Therapie basiert auf Antibiotika

Borreliose-Patienten werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Das Stadium der Erkrankung bestimmt die Therapiedauer und ob die Medikamente in Form einer Infusion gegeben werden oder Tabletten ausreichen. Zumeist handelt es sich um komplexe und langwierige Infektionstherapien.

Der beste Zeckenschutz heißt Vorbeugung

Typischerweise lassen sich die kleinen Plagegeister nicht von Bäumen fallen, sondern lauern im hohen Gras, auf Wiesen, an Kräutern, am Waldrand und im Unterholz. Die Parasiten treten nicht nur in Wald und Flur sondern auch in öffentlichen Parks und heimischen Gärten auf. Sie positionieren sich auf geeigneten Wirtstieren, zu denen leider auch wir Menschen gehören. Bei milder Witterung können sie ganzjährig aktiv sein, bevorzugt stechen sie aber zwischen Frühling und Herbst zu. Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, sollten am besten langärmelige Kleidung, lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen sowie sich und ihre Kinder zuhause gut nach Zecken absuchen. Im Idealfall lassen sich sichtbare Zecken gut mit einer Pinzette oder einem Zeckenhebel entfernen.

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